Acrylmöbel können einem Raum sofort ein stilvolles Update verleihen
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Kenne das alte Sprichwort, dass Menschen in Glashäusern keine Steine werfen. Aber gilt dieselbe Regel auch für ein Lucite-Haus? Für einen ebenso transparenten Look mit viel mehr Haltbarkeit und Festigkeit taucht der "Cousin des Glases" in der Designszene in allem von Lampen bis Sitzgelegenheiten wieder auf.
Lucite trat erstmals Ende der 1960er Jahre in die Welt der Innenarchitektur ein. Teuer, aber beliebt, "war es in den sehr modernen Wohnhäusern sehr geschätzt", sagt Dorothy Bron, Innenarchitektin aus Phoenix von der Bron Design Group. Es gab Lucite-Esszimmer-Sets, Konsolentische und sogar Zweisitzer. Der Reiz, sagt Dorothys Partner und Designer Eric Bron, war die knifflige Fähigkeit, einen Raum größer erscheinen zu lassen, indem die Möbel fast unsichtbar wurden. "Es würde wie weniger Möbel in einem Raum wirken, weil man hindurchsehen könnte", sagt er. Wie bei allem, was beliebt ist, folgten auch Nachahmungen. Ähnliche Stücke wurden aus einer günstigeren Kunststoffform hergestellt und günstiger verkauft. Ohne den gläsernen Glanz, den Lucite hatte, wirkten diese zweitklassigen Stücke so billig, wie sie kosten, und laut Bron verblasste der Trend. "Nicht alle Acrylfarben sind gleich", sagt er. Deshalb entscheiden sich die Hersteller angesichts des zunehmenden Trends transparenter Möbel für ein fast identisches Acryl, das günstiger ist als das alte Lucite und stilvoller als deckendes Plastik. Das Ergebnis ist eine moderne Interpretation eines alten Designs. "Das jetzt verwendete Acryl ist ein Polycarbonat, das gegen mehr Verschleiß widerstandsfähiger ist", sagt Innenarchitekt Davinder Chawla von Robb & Stucky in Phoenix. Und das Aussehen einiger Acrylakzente in einer modernen Umgebung verleiht dem Raum sofort ein stilvolles Update. "Wenn man einen Stuhl komplett aus Lucite hat, verschwindet er", sagt Chawla. "Es geht zurück auf dieses sehr wichtige Designkonzept – weniger ist mehr." Für manche wirkt ein 900-Dollar-Stuhl, der im Grunde aus Plastik besteht, etwas übertrieben, aber Chawla sagt, der Preis spiegele weniger das Material wider, sondern vielmehr Form und Farbe. "Es gilt eher als Kunstwerk", sagt Chawla. Marcel Fouz, Besitzer des 2b Mod-Ladens in Scottsdale, sagt, obwohl Acrylmöbel modern wirken mögen, seien sie tatsächlich Sammlerstücke. Hochwertige Acrylmöbel, inspiriert von Lucite-Designs der 60er Jahre, sind heutzutage selten.